Heinrich Amadeus Wolff ist ein Professor an der Viadrina und als ich letztens im örtlichen Buchhandel auf Schmökertour war, fiel mir sein Buch “Jura – erfolgreich studieren” in die Hände. Mit 12,90€ ist der Preis auf normalen Niveau und so griff ich zu, gespannt was mich erwartete.
I. Inhalt
Das Buch behandelt meines Erachtens nach alles, was einen Anfänger am Studium der Rechtswissenschaften interessant zu sein scheint. Nicht mehr, nicht weniger. Rechtsphilosophische Ausführungen findet man genauso selten wie konkrete Rechtsgebietbesprechungen. Vielmehr wird auf Studienaufbau, -umgebung, -form und -abschluss Wert gelegt. Unterteilt in zehn Kapiteln wird abwechselnd von Hr. Wolff oder Hr. Gramm z.B. die Wahl des Studienortes oder die Lerntechniken besprochen. Dabei bleiben sie durchgehend auf einem Niveau, das einen Studienanfänger angemessen ist: fordernd, aber nicht zu wissenschaftlich, immer nah an der Realität.
Manche Aussagen schienen mir bei der Lektüre doch etwas fragwürdig, z.B. dass die Aufnahme eines Studienkredites das Persönlichkeitsprofil schärfen könne und man so evt. bessere Chancen bei zukünftigen Arbeitgebern hätte. Die Aussage halte ich für sehr gewagt, zumal mit “Risikobereitschaft” und “Zielstrebigkeit” begründet wird (S.80f).
Ansonsten sind aber durchweg praktische Vorschläge zu finden, so hab ich nach dem Kapitel über Lernstrategien nochmals die Teamarbeit durchdacht und mich in Mentalitätsprofilen verglichen. Interessant fand ich auch, dass es einen “alternativen Juristentag” gibt, dass war mir vor der Lektüre des Buches nicht bekannt.
Viele Detailinformationen stehen am Rand eines großen roten Fadens, den man aber immer wieder findet. Besonders gut gefallen hat mir inhaltlich noch, dass die Autoren immer wieder betont haben, wie wichtig es ist, dass man sich unikat hält, wie es so schön heißt: man selbst bleibt. Jura sei ein Gebiet, wo man nur weiterkommt, wenn man individuell Leistung erbringt, stärker als in vielen anderen Studiengängen. Bisher teile ich diese Auffassung auch, besonders die Betonung, individuell und ehrlich (auch zu sich selbst!) zu sein. Das hat mir zumindest bei Bewerbungsgesprächen schon oft weitergeholfen.
II. Form
Inhaltlich wurde klar und verständlich gegliedert. Die Schreibweise ist flüssig, die Wortwahl fordernd, aber nicht fachspezifisch überladen. Sehr gut gefallen haben mir die persönlichen Anreden, die an den Leser gerichtet werden, genauso wie die Apelle an sein Gewissen. Das hat mir einen kleinen Motivationsschub gegeben.
III. Fazit
Ein Buch, dass ich ohne weiteres empfehlen kann, wenn man überlegt Jura zu studieren oder gerade angefangen hat. Die vielen Verhaltenstipps regen mindestens zum Nachdenken über die eigene Vorgehensweise an. Über manche Ansochten mag man sich streiten, siehe oben, aber ingesamt bin ich mit dem Kauf doch sehr zufrieden gewesen, habe mir beim Lesen einige Stichpunkte gemacht und einige Ideen gesammelt, über die hier demnächst noch einiges zu lesen sein wird.
IV. Daten
“Jura – erfolgreich studieren” von Christof Gramm und Heinrich Amadeus Wolff
Beck im dtv, dtv, München 2008
ISBN:978-3-423-50624-3
Preis: 12,90€
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