Man möge beachten und bei Missbilligung lieber hier aufhören zu lesen, dass folgendes eher ein Verriss als eine Rezension ist.
Nun doch noch was vor dem Urlaub. Ich habe dieses Buch gutgemeint und ehrlich drüber freuend zu Weihnachten bekommen. Von Höcker hatte ich das Buch “Lexikon der Rechtsirrtümer”, das ich in Ordnung fand und z.T. auch interessant. Leider scheint sich das so nicht fortgesetzt zu haben.
I. Inhalt
Im Großen und Ganzen gesehen ist das Buch eine Zusammenstellung von mehr oder minder “unnormalen” Streitfragen, hauptsächlich aus dem Zivilrecht, basierend hauptsächlich auf einerseits weit reichenden Kausalitätsbegründungen oder andererseits vermeintlichen Anspruchsgrundlagen. Das ist letztendlich auch verständlich dargestellt. Was aber immer wieder für mich als politisch aufmerksamen Leser ein Schlag in den Magen war: die Häme, mit der diese Fälle bedacht wurden – es schien, als hätte das Autorenteam noch nie etwas von Minderheitenschutz gehört. Zu dem gehört m.E. auch, dass Leute, die ein Anliegen haben, das von der Gesellschaft nicht grundsätzlich bejaht wird, dieses Vortragen können. Oder verkürzt: die Leuten haben für ihre Anliegen doch ihre Gründe – die wenigsten der Fälle sind aus reinem Spaß an der Freude geführt worden. Und so wird fröhlich drauf los gehauen. Eine Keule für die faulen Beamten, eine für die komischen Nachbarn, die andere kulturelle Gepflogenheiten haben, eine für die FeministInnen mit großem I in der Mitte, eine für den Mann, der sich auf seinem Grundstück belästigt fühlt. Und weils so schön war, gleich nochmal das Wesen des “Deutschen” ergründet und im selben tumben Nationalgedanken gegen die “Holländer” (korrekt: Niederländer) gehetzt. Man bekommt das Gefühl, dass alles, was nicht den konservativen Leitgedanken dieser Populisten bedient, wird als “kurios” (und in der Folge als abnorm oder ablehenswert) abgestempelt und in diesem Buch verarbeitet.
II. Strukur
Eine Sammlung von Fällen, geordnet nach Oberthemen. Zu vielen Fällen ist eine Infobox mit Hintergrundinformationen angefügt, die aber dieselben inhaltlichen Probleme plagen wie den restlichen Text.
III. Fazit
Hände weg. Einfach da stehen lassen wo es ist. Auf ein besseres Buch zu dem Thema warten, wenns denn so brennend interessiert. Aber das vorliegende reicht gerade mal für den Abdruck in der BILD.
IV. Daten
Aufgrund des Fazits auch keine Daten zum Buch.
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