Das Jobcenter

Ach, wo ich grad diesen Artikel sehe, kann ich ja auch mal schnell eine Anekdote loswerden: Ich hatte mich, nachdem ich aus der Jugendhilfe gefallen bin, beim Jobcenter gemeldet und ALG II beantragt. Damals war ich noch Schüler und hoffte auf die Unterstützung des Staates.

Die Hoffnung stirbt zuletzt, doch am Anfang stirbt der Glaube: Ich wurde nach einigen Monaten zum Amt zitiert (natürlich in der Schulzeit, andere Termine hätte man nicht, am Telefon würde mir gesagt, Nachmittags gäbe es nur Termine für Arbeitende – die Dame hats in der Schule mit dieser Einstellung sicherlich nicht weit geschafft). Dort wurde mir eröffnet, dass man ein Problem mit meinem Gymnasialbesuch hätte. Ich solle mich doch bitte nach einer Ausbildung umsehen, im übrigen würde das Ausbildungsgehalt dann von meiner bewilligten Leistung abgezogen werden. Da war ich im ersten Moment sprachlos. Mein Einwand, dass ich aber studieren möchte, wurde abgewiesen mit dem Argument: “Na, wenn sie es sich leisten können.” Jede Argumentation mit Grundgesetz und Unhaltbarkeit der Forderungen wurde abgeblockt.

Auseinandergegangen sind wir dann mit einer Drohung der Leistungskürzung bei Nicht-Beachtung.

Ich habe mich dann abgemeldet beim Arbeitsamt und habe angefangen, nachts zu arbeiten und tagsüber zur Schule zu gehen. War anfangs sehr belastend, nach einem Arbeitgeberwechsel ging es dann ganz gut und ich habe mein Abi und das Wunschstudium.

Nie wieder Jobcenter.


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