Das verflixte zweite Semester

Ich habe lange überlegt, ob ich drüber schreibe oder ob ich es einfach unter den Tisch kehre. Ich bin zu dem Entschluss gekommen, es als Hilfestellung trotzdem zu posten.

Um ehrlich zu sein: ich bin das letzte Semester ziemlich abgestürzt. Also so richtig. Keine Ahnung, wie oft ich an der Uni war. Selten. Keine Ahnung, was ich gelernt habe. Fast nichts. Und das war das ganze zweite Semester so. Glücklicherweise habe ich mich zu den Klausuren gefangen und die einigermaßen überzeugend hinter mich gebracht. Strafrecht II (8 Punkte) werde ich demnächst in einem eigenen Post veröffentlichen. Am Ende habe ich es sogar geschafft, mit viel, vor allem seelischer, Unterstützung von meinen Freunden (Danke!! Pascal), meine Strafrechtshausarbeit zu vollenden. Ob es was geworden ist, wird sich zeigen.

Am Anfang dachte ich mir: das ist manchmal so, das ist in 2-3 Wochen vorbei. War es aber nicht. Über die Gründe kann ich nur spekulieren: Sinnkrise, private Probleme, Verzweiflung am Fach oder an der Welt. Keine Ahnung, was da genau passiert ist. Es ist auch nicht so, dass ich faul gewesen wäre: ich habe sehr viel gearbeitet, habe an diversen Veranstaltungen, die nichts mit Jura zu tun hatten, teilgenommen usw. – aber das Studium war zu dem Zeitpunkt viel zu weit in den Hintergrund gerückt. Mein Wissen über die Werbebranche mag sicherlich später irgendwann nützlich sein, aber aktuell hat es mich nur vom Studieren abgehalten.

Interessanterweise bin ich nicht der einzige, dem es so erging. Überall in meiner Umgebung wurden Studienfächer gewechselt, die Uni nur noch alibimäßig besucht oder sich ganz vom Studium distanziert und eine Ausbildung angefangen. Mein Mitbewohner machte mich auf einen entsprechenden Wikipedia-Artikel aufmerksam, der ein Phänomen kurz umreißt: das zweite Semester, die zweite Season (bei Sportlern) oder das zweite Album (bei Bands) – desöfteren sind diese Dinge schwächer als die erste Einheit in der Reihe. Warum das so ist, ist da aber auch nicht erklärt.

Wie habe ich nun zurückgefunden? Auch da kann ich gar nicht viel sagen: nach langem Überlegen, ob ich das Fach wechseln soll oder was ich nun mit mir anfange war die Motivation wieder da. Vielleicht war es das Buch vom Rechtsanwalt Heinrich Hannover, der ein kleines Idol inzwischen darstellt, oder es war der intensive Konsum der 4. Staffel von Boston Legal, der die Juristerei für mich auch wieder mit Leben füllte. Vielleicht geht das ganze aber einfach so spontan vorbei wie es kommt.

Ich bin froh, konsequent bei meinem Studienfach geblieben zu sein. Seit 1 1/2 Wochen bin ich wieder an der Uni und merke, dass mich das doch wieder glücklich macht und ich wieder aufnahmebereit bin. Sicherlich muss ich einige Sachen nacharbeiten (insbesondere die Grundrechte und Schuldrecht), aber das sollte zu schaffen sein. Und man sollte das Gefühl nicht unterschätzen, in einer Vorlesung zu sitzen und auf hohem geistigen Niveau ggf. auch über Rechtsansichten zu diskutieren. Es ist toll und darum bin ich immer noch dabei!


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One Comment on "Das verflixte zweite Semester"

  1. Dani
    22/10/2009 at 15:32 Permalink

    das hört man doch gerne…weiter so…außerdem musst du mir doch mit dem rechtskram helfen,hehe…

    sei lieb gegrüßt…das dani

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