Juristische TV-Serien

Ich bin ja begeisterter US-Serien-Süchtiger ;) – und es gibt ja immer wieder mehr oder minder juristische TV-Serien, die ich hier mal mit persönlicher Einschätzung vorstellen will. Deutsche Serien lasse ich mal raus, so ein Crap muss ich nicht rezensieren.

Vorher aber kurz zur Studienrelevanz der Serien: US-Serien gewähren einen guten Einblick in amerikanische Prozess- und Kanzleikultur. Natürlich wird man nie einem Denny Crane über den Weg laufen, außerdem sind viele Sachen auch gekünstelt (Großkanzlei-Associates wälzen sich durch Bücher statt Westlaw zu benutzen?). Aber grundlegende Prinzipien bekommt man mit, man bekommt ein Gefühl für dieses Jury-Sache und, was für mich sehr wichtig war, man bekommt nochmal einen Anstoß, wofür man dieses Fach eigentlich studiert. Zu hinterfragen, warum man eigentlich auf der Seite des Rechts zu stehen meint. Und man lernt Englisch, wenn man sich das ganze im Original anschaut. Ein nicht zu unterschätzender Fakt.

Boston Legal

Für mich die allergroßartigste Serie überhaupt. Boston Legal ist ganz großes Kino. Pro Folge gibt es immer 1-2 Fälle, die z.T. in einen größeren Kontext eingebettet sind und das Privatleben der Anwälte umrahmen. Die Main Characters sind Alan Shore, ein links-liberalen Zyniker mit einer Bindungsunfähigkeit und Denny Crane, gespielt vom famosen William Shatner, ein rechts-konservativer Waffennarr, der von sich behauptet den Rinderwahn zu haben. Es könnte aber auch “klassisches” Alzheimer sein. In der Serie reflektieren sich jahresaktuelle politische und gesellschaftliche Probleme in den Prozessen, wo die Argumentation der Anwälte jeweils die politischen Einstellungen durchscheinen lassen – obwohl sie manchmal auch über sich herauswachsen. Trotz dieser ernsten Themen kommt aber auch die Unterhaltung nicht zu kurz. Es toll, die verschiedenen Neben- und Hauptcharaktere mit ihren ganzen Macken zu sehen.

Immer wieder bringt die Serie auch Anspielungen auf andere Filme oder Serien, in denen die Darsteller früher mitgespielt haben.

Denny Crane: I once captained my own spaceship!

Auf jeden Fall ist diese Serie ein Muss. Ein totales Muss. Leider ist die Serie schon beendet nach, ich glaube, 5 Staffeln. Mit einem furiosen Finale mit Richtern des Supreme Court. Großartig!

The Deep End

The Deep End hat erst dieses Jahr gestartet. Und wurde nach 6 Folgen wieder abgesetzt. Trotzdem: man kann es mal anschauen, eigentlich ist die Show nicht schlecht. Vier First-Year-Associates kommen in eine elitäre Kanzlei und müssen sich mit großen Fällen auseinandersetzen, aber auch Pro-Bono-Arbeit übernehmen und mit den persönlichen Umständen in der Kanzlei zurechtkommen, denn der Partner A (“The Prince Of Darkness”) hat Partner B, seine Frau, betrogen. Das ist natürlich nicht so prickelnd für das Kanzleiklima. Heraus sticht auf jeden Fall der Human-Ressources-Chef, der immer einen extra-vaganten Tipp auf Lager hat und ….  naja, man hat schon das Gefühl, dass er auf E’s durch die Stadt schwebt.

Damages

Damages ist etwas anders. Eher eine Crime/Thriller-Serie, aber mit Anwaltshintergrund. Ich habe noch nicht viel von gesehen darum kann ich auch nicht viel zu schreiben, aber sie scheint mir recht spannend zu sein. Die Story dreht sich um eine First-Year-Associate, die neu in die Law Firm einer recht skrupellosen Anwältin reinkommt und dort an einem Fall mitarbeitet, der sie anfangs Zeit und Privatleben kostet, aber am Ende fast ihr Leben … Inzwischen schon in der dritten Staffel angelangt hat sich diese Serie anscheinend gut etabliert.

The Good Wife

Damit auch zur letzten Serie, die ich hier vorstellen will – The Good Wife. Die Dame ist die Frau eines Staatsanwalts, der sich in Sex und Korruption verstrickt und dafür in den Knast gehen darf. Daraufhin nimmt sie ihren alten Anwaltsjob wieder auf und arbeitet krampfhaft an der Wiederherstellung ihres Rufes und muss außerdem noch ihr Privatleben und ihre Kinder handeln. Auch hier bin ich noch nicht allzuweit vorgedrungen, aber auch diese Serie scheint recht spannend zu sein und Thriller-Elemente mit dem Litigation-Part zu verbinden.

Damit sind wir auch schon am Ende. Wenn ich dann mal wirklich angefangen hab, The Practice zu schauen, dann kommt dazu auch noch ein Review. Ansonsten: habt ihr noch Empfehlungen oder Anmerkungen? Ab in die Kommentare damit!


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3 Comments on "Juristische TV-Serien"

  1. Pascal
    10/06/2010 at 11:26 Permalink

    Für die Vollständigkeit:
    Justice – Nicht schuldig, http://de.wikipedia.org/wiki/Justice_–_Nicht_schuldig

    Wurde im vergangenen Jahr auf Vox ausgestrahlt.

  2. Hans
    10/06/2010 at 16:59 Permalink

    Ah, danke für den Hinweis. Ich habe mir gerade mal die erste Folge angeschaut, scheint so auf CSI und sowas aufsetzen zu wollen, nichtsdestotrotz recht spannend. Ich werd das in meinen zweiten Rezensionen-Block mit reinnehmen, wenn ich die Staffel durchgeschaut habe.

Trackbacks

  1. [...] ich hier schonmal einige Serien vorgestellt habe, die für den Jurastudenten durchaus von Interesse (weniger [...]

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