Über diesen etwas längeren Artikel der FAZ muss man mehrmals lesen. Wenn man dass dann aber getan hat, dann eröffnet sich einem a) ein netter Einblick ins Landesverfassungsrecht und Abgeordnete, die von ihrer Demokratie etwas überfordert sind und b) etwas Feeling im Bereich der historischen Auslegung.
Rudolf Haym schrieb in seiner Geschichte des Paulskirchenparlaments: „Die durch die Stürme des ersten Tages Niedergeschlagenen schöpften frische Hoffnung, als Heinrich von Gagern den Präsidentenstuhl einnahm. Würde und Anstand breiteten sich auf einmal über die Versammlung aus, die Leidenschaften schienen plötzlich niedergehalten und aus Verwirrung und Ungestüm tauchte ein fester Punkt hervor, als eine Leitung, umgeben von dem Glanze sittlicher Würde, gewonnen war.“
Der Autor des Artikels sieht darin eine Begründung, warum die Präsidentenwahl zuerst kommen muss und nicht als Verhandlungsmasse in Koalitionsgesprächen missbraucht werdend darf.
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