Danger Dan – Gesiebte Luft

Ich will hier mal ein Track vorstellen, der mir den letzten Tagen in den Ohren klingt und mich Nachdenken bringt. Um es grob juristisch einzuordnen: es geht um Strafvollzug und Kriminologie – aber in einem lyrischen und beattechnischen Gewand, das einem einen Schauer über den Rücken jagt.

Danger Dan erklärt in einem Interview mit rap.de den Track:

Knast ist meiner Meinung nach ein Teil eines Repressionssystem, der tatsächlich nicht bei den Leuten funktioniert, die drin sitzen, sondern bei den Leuten, die nicht drin sitzen, bei den Leuten, die Angst haben, reinzukommen. Es ist ja statistisch erwiesen, dass Leute, die im Gefängnis waren, dadurch nicht besser werden. Im Gegenteil! Da drinnen kannst du eigentlich nichts lernen, außer…du hängst da halt nur mit Verbrechern rum.

Es stellt sich also die Frage: für wen Gefängnis? Für wen Strafe? Ich weiß, darum drehen sich ganze Vorlesungen, das ist großer Teil der Rechtsphilosophie und der Kriminologie – aber so hört es sich an, wenn jemand drüber rappt und ihm unverständlich ist, warum sein Bruder, seine Freunde da drin landen … mit der statistischen Gewissheit, dass sich für sie nicht viel ändern wird, sondern dass sie weiterhin außerhalb der Normgesellschaft bleiben werden, bleiben sollen?

Die EP von Danger Dan, “Coming Out”, gibt es kostenlos bei der Anti-Alles-Aktion.


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