Ich habe mal wieder ein paar neue TV-Serien, die ich vorstellen will.
Outlaw
Anfangen werde ich mit “Outlaw”, einer Serie, die z.Z. nur in den USA läuft und vorgestern brandneu gestartet ist. Darum kann ich meine Einschätzung auch erst einmal nur auf die Pilot-Folge beschränken, eventuell kommt später per Update noch mehr hier rein. Gerüchte sagen übrigens, dass man bei mangelndem amerikanischen KabelTV über solche Serien im Netz stolpern kann.
Cyrus Garza ist Richter am Supreme Court, als konservativ verschrien und sieht sich selbst als “neutral wie die Schweiz” [wenn meine Englisch-Fähigkeiten das recht mitbekommen haben]. Durch ein wiederholtes Fernsehinterview seines Vaters, in dem dieser ihn massiv in seiner rechtlichen Position kritisiert, kommt Cyrus ins Nachdenken und entscheidet in einem Fall, in dem die Todesstrafe droht, für eine Wiederaufnahme des Prozesses – nur um kurz danach sein Amt niederzulegen und als Anwalt an genau diesem Fall zu arbeiten. Damit macht er sich nicht nur Feinde bei denen, die ihn in dieses Amt gehievt haben, sondern beginnt auch das Rechtssystem von einer neuen Position zu entdecken.
Wenn man mal auf Wikipedia die Rezeption liest, dann kommt da nicht viel Gutes bei raus. Am treffendsten finde ich noch die Einschätzung “für Fans von melodramatischen Gerichtsserien”. Das stimmt schon, aber so sehr stört mich das nicht – das Team des ehemaligen Richters besteht aus netten, individuellen Charakteren (die allerdings in ihren Rollen doch sehr abgegrenzt zueinander sind) und der erste Fall hatte viele prozesstaktische Fragen drin, die Spaß gemacht haben. Man muss wohl sehen, wie sehr sich das Konzept in den nächsten Folgen wiederholt und ob die einzelnen Charaktere Raum zum Atmen bekommen oder die gesamte Sendezeit nur für austauschbare Fälle verbraten wird. Aber bisheriges Urteil: ganz nett, nicht mehr, nicht weniger.
Shark
Noch eine Serie, die sich um einen Seitenwechsel dreht, wurde mir vom stillenBeobachter empfohlen. Auch hier spielen Gewissensbisse eine Rolle – der Strafverteidiger Sebastian Stark gerät nach einem Zwischenfall, in der ein auf Freispruch verteidigter Mandant kurz nach der Urteilsverkündung seine Frau tötet, ins Zweifeln. Eine Stelle als Staatsanwalt in Los Angeles wird frei und mit gemischten Emotionen nimmt Stark sie an. Mit den Tricks eines Strafverteidiger mischt er die beschränkten Möglichkeiten der Staatsanwaltschaft ordentlich auf und gewinnt weiterhin Fall um Fall.
Shark hat eine starke Hauptfigur. Mögen alle anderen Beiwerk sein, Sebastian Stark ist ein sehr durchdachter, vielschichtiger Charakter, der sich Folge um Folge entwickelt und auch abseits vom Gericht als alleinerziehender Vater profiliert. James Woods liefert hier sehr gutes Schauspiel ab, die Gesichtszüge zeigen, wie viele Gedanken den Charakter umtreiben und wie schwer er an manchen Situationen zu knabbern hat, die sich nur schwer mit seiner Vorstellung von Strafverteidigung vs. Staatsanwaltschaft vereinbaren lassen. Wegen ihm ist die Serie sehenswert, nicht so sehr wegen des juristischen Inhalts, sondern wegen diesem einen Charakter. Ansonsten ist der Inhalt jeder Folge ungefähr gedrittelt, ein Drittel nimmt die Gerichtshandlung ein, ein Drittel die thrillermäßig gehaltenen Ermittlungen und ein Drittel die familiäre Rahmenhandlung mit Starks Tochter Julie. Fazit: Reinschauen, lieben, aber nichts damit über das amerikanische Rechtssystem lernen wollen.
Die Serie ist auch auf Deutsch erschienen und wurde nach der zweiten Staffel eingestellt. Die DVDs der ersten Staffel gibts bei Amazon [Partnerlink].
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