Einige Leser haben es auf Facebook oder in Andeutungen vielleicht schon mitbekommen: nicht nur meine Stelle als studentischer Mitarbeiter ist in eine andere Kanzlei gezogen (und ich hinterher
), sondern ich habe auch die Universität gewechselt. Nach 4 Semestern, abgeschlossenem Grundstudium und Zwischenprüfung, vielen ewig-langen Fahrten ins beschauliche Frankfurt (Oder), Nazistress, Oder-Chillen, Stipendiatentreffen, Vorlesung schwänzen, Professoren-Bashing und und und …. bin ich jetzt an die Freie Universität in meiner Lieblingsstadt Berlin gewechselt.
Das bringt mir vor allem eine gute Auswahl an Schwerpunktbereichen: Grundlagen des Rechts ist mein Favorit. Abgesehen davon viele neue Menschen, nachdem ich an der Viadrina nie so wirklich den Zugang zur Mehrheit der Studierenden gefunden habe. Und kürzere Fahrtzeiten eh, wenn auch immer noch eine Stunde von Haustür zu Haustür. Bisher ist mein Eindruck von der FU geteilt. Die Bibliothek zieht gerade um, vorher war sie in einer ehemaligen Küche, die Atmosphäre war dementsprechend grausam. Einige Teile der Universität tragen außerdem den Muff von tausend Jahren … nun ja, nicht ganz, aber zumindest den der 70er Jahre in sich. Andere hingegen sind schön renoviert oder komplett modern aus dem Boden gestampft. Am letzten Dienstag bin ich in einen Ersti-Mob gerannt, einer von vielen die überall auf dem Campus sich zusammengerottet haben und muss in aller Oberflächlichkeit sagen: wohl immer noch nicht mein Schlag von Leuten. Aber das werde ich ja dann in der nächsten Woche rausfinden können, ich probiere da noch etwas offen zu bleiben, bevor ich mich wieder auf meine Grundlagen-des-Rechts-Ihr-Müsst-Doch-Zumindest-Wissen-Warum-Ihr-Auswendig-Lernt-Arroganz zurückziehe. Vielleicht reifen die Menschen ja auch bis zum 5. Semester? Obwohl, bin ich ja auch nicht
….
Was man auf jeden Fall positiv hervorheben muss: die Univerwaltung! Sehr freundliche Mitarbeiter, serviceorientiert, hilfsbereit, effektiv erklärend und schnell mit Bescheiden usw. – da hab ich mich sehr drüber gefreut. Auch die Angebote der Universität im IT-Bereich können mich ganz gut überzeugen: die FU ist sehr weit in Sachen eLearning und neue Medien, stellt viele Plattformen zur Verfügung, bietet Raum für Blogs und Wikis, kommuniziert selber darüber (insbesondere die Bibliothek) und hat damit eine hervorragende Infrastruktur. Leider haben noch nicht allzuviele Benutzer das Angebot für sich entdeckt, aber da werde ich dann demnächst mal anfangen, auch einer derjenigen zu sein, die Content liefern.
Jetzt auch noch ein Aufruf: nachdem ich vorhin quasi alle erst einmal beleidigt habe, so würde ich das jetzt gerne zurücknehmen und mich mit der lokalen Studentenschaft im 5. Semester anfreunden. Also wenn jemand aus dem 5. Semester an der FU mitliest und Lust hat, mich mal etwas einzuweisen, würde ich mich darüber sehr freuen. Gibt natürlich auch einen Kaffee oder so als Belohnung!
Was jetzt übrigens ansteht, ist leider noch nicht der Schwerpunktbereich, sondern erstmal die großen Übungen. Einige Klausuren also, die mich dieses Semester erwarten. Aber ich bin guter Hoffnung dann auch in absehbarer Zeit scheinfrei zu sein. Hach, die Zeit vergeht so schnell
… dann noch als kleiner Ausblick, was ich so geplant habe: ich würde mich gerne um ein Praktikum bei einer Berliner Tageszeitung oder einem Wochenblatt bemühen, so die denn die Anforderungen des Justizprüfungsamtes erfüllen können. Dann wäre ich zum Sommersemester hin auch mit meinem Praktika durch …
Vielleicht stellt sich jetzt noch der ein oder andere die Frage: wie passt das noch zum Blognamen? Das kann ich nicht beantworten, werde ihn aber beibehalten. ViaJura ist inzwischen ein Name, einen den ich auch sehr mag, und das “Via” kann ja auch für “Weg” stehen
– auf jeden Fall in Erinnerung an meine Zeit an der Viadrina hat er noch seine Berechtigung, denn trotz vieler Unannehmlichkeiten waren es angenehme vier Semester, die ich dort eingeschrieben war. Insofern sage ich auch mit einem freundlichen Lächeln “Adé”. Und hallo Berlin. Endlich bin ich da.
17/10/2010 at 10:42 Permalink
An vielen Orten veranstalten Fachschaften sog. “Ortswechsler-Treffen”. Vielleicht auch in Berlin?