Ich bin jetzt die ersten Stunden im ICE unterwegs, leider habe ich das Tethering auf meinem iPhone nicht hinbekommen, deswegen wird dieser Eintrag wohl erst bei Ankunft in den Tagungsräumen publiziert. Anyways, um die Uhrzeit (es ist jetzt 06:24 Uhr) werden viele eh noch nicht ihre RSS-Feeds checken, sondern höchstens mit verschlafenem Blick die Tageszeitung begutachten.
Mir gehts ja auch ähnlich, 3 Uhr musste ich aufstehen, 04:30 Uhr ging der Zug. Ich kann übrigens den ICE um die Uhrzeit empfehlen, bisher keine Verspätung, keine lärmenden Schulklassen und kaum Mitreisende. Schlafen konnte ich leider trotzdem nicht, vielleicht kommt das ja später noch. Dafür habe ich mal einen intensiven Blick in die Tagungsmaterialien hineingeworfen.
Dabei haben sich zwei Themenkreise herauskristallisiert, die mich besonders interessieren. Sofort rausgefallen ist Themenkreis 4, der sich mit Kartellrecht und sowas beschäftigt. Vielleicht sollte man da ja mehr drüber wissen, aber da ich weder Vorkenntnisse noch Interesse mitbringe, halte ich den Themenkreis für wenig produktiv. Auch Themenkreis 2, der sich um die Rolle des Menschen im Wirtschaftsleben dreht, werde ich wohl außen vorlassen. Definitiv ein spannendes Thema, wo sich grundsätzliche politische Linien großartige Schlachten liefern können – aber für eine juristische Veranstaltung ist mir das zu politisch, ich kenn mich da auch selbst gut genug.
Bleiben Themenkreis 1 (Wirtschaftsstrafrecht) und Themenkreis 3 (Musik und Recht). Beides hochinteressant, ersteres durch meine hohe Strafrechtsaffinität, zweiteres wegen meinem engem Bezug zu Themen aus der Warez-Scene. Allerdings spricht für mich gegen den Musik- und Urheberrechts-Themenkreis die Auswahl der Referenten (gerade, weil Höcker sprechen wird), die mich eine Lobby-Veranstaltung befürchten lässt. Keine Vertreter da aus dem bürgerrechtlichen Bereich oder Net-Activists, die z.B. Creative Commons vorstellen, von dem Entwurf einer anderen Gesellschaftsvorstellung, in dem Urheberrechte für Kultur nicht mehr existent sind. Natürlich können die beteiligten Studenten sich mit einbringen, aber ob das stattfindet und auch ankommt? Im Wirtschaftsstrafrecht ist zumindest etwas Ausgleich, auch wenn Staatsanwaltschaft und Ermittlungsbehörden deutlich mehr Referenten stellen, es ist wohl nur eine Strafverteidigerin geladen. Hier hätte ich mir mehr Ausgleich gewünscht, aber gerade Herr Zierke (BKA-Chef) ist für mich interessant und deswegen werde ich wohl mich zu diesem Themenkreis bewegen. Interessant werden hier auch die rechtssoziologischen Besonderheiten des Kriminalitätsfeldes und die Frage nach Strafangemessenheit und Strafzweck in Bezug auf den gesellschaftlichen Schaden (so es ihn gibt). Ich bin gespannt!
16/11/2010 at 09:15 Permalink
Seit wann können dir denn juristische Veranstaltungen “zu politisch” sein?
Oder befürchtest du, dass du irgendwann Farbbomben werfen musst?
Anyway, viel Spaß auf dem JuraForum und bei der Fortbewegung mit dem Rad durch Münster!