Wem der Jura-Fakultätsinterne-Einheitslook schon zuviel ist, der sollte nicht zu anderen Fachrichtungen schauen:
Zum zehnjährigen Jubiläum der Verleihung des Friedensnobelpreises an Kim Dae Jung findet eine zentrale Gedenkveranstaltung der FU statt, an der alle Studierende der Koreastudien teilzunehmen haben.
Ort: Henry-Ford-Bau der Freien Universität, wo Präsident Kim Dae Jung vor 10 Jahren seine viel beachtete „Berliner Rede“ zur Außen- und Sicherheitspolitik gehalten hat.
Unterschrieben ist die Rundmail von Prof. Dr. Eun-Jeung Lee (Leiterin der Koreastudien). Ich weiß nicht, was die Dame sich vorstellt, aber wer verpflichtet denn jemand zu einer Gedenkveranstaltung? Hat sie Angst, dass sonst keiner kommt? Dafür gibts universitäre Mietdemonstranten (früher noch: Jubelperser). Oder ihre Weltanschauung (laut Insitutsangehörigen liberal-demokratisch) geht halt doch sehr konform mit dem militaristisch geprägten Süd-Korea.
Meine Vermutung ist ja, dass sie den Studenten ein Einblick in die Nord-Koreanische Kultur geben will – sozusagen “learning by doing”.
Aktuell auch in HD und Slowmotion.
Und danach gibts auch eine Institutsparty, denn auch hier gilt: “Feiern verpflichtet!”.
06/12/2010 at 22:15 Permalink
Wahrscheinlich verhält es sich so, dass die Studierenden der Korea-Studien immer sehr gerne ein Auslandsjahr in Korea wahrnehmen, aber nie im Leben von sich aus auf die Idee kämen, zu den für die Pflege von Uni-Partnerschaften nun einmal notwendigen Veranstaltungen wenigstens ihre körperliche Anwesenheit beizusteuern.
06/12/2010 at 22:28 Permalink
Und die Lösung ist daher, alle Studierenden – ob sie dies wollen oder nicht – zu einer Gedenkveranstaltung zu zwingen? Was, wenn sie ihm gar nicht gedenken wollen? Müssen die sich dann dafür rechtfertigen, dass sie nicht daran teilnehmen wollen?
Abgesehen davon, dass ein Blick auf das Programm nicht wirklich Verbindungen zu Universitäten in Südkorea hergibt.
http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/oas/korea-studien/news/Ankuendigung_KDJ-Gedenkveranstaltung.html
Und die Veranstaltungen mit anderen Universitäten nun auch nicht durch Anwesenheitspflicht hervorstechen. Was für mich das Ganze eher als politisch motiviert erscheinen lässt.