Noch bis zum 01. April 2011 hat man Zeit sich auf ein Stipendium bei Lecturio Law, einem Onlinerepetitorium, zu bewerben. Ich freue mich ja, dass man augenscheinlich einen Vorschlag von mir an Lecturio (ich hatte das irgendwann im Sommer 2010 mal im Mailverkehr vorgeschlagen) gerne umgesetzt hat. Kurz die Info, die Lecturio dazu schreibt:
Das Stipendium wurde 2010 von Lecturio ins Leben gerufen, um ausgewählte Jura-Studenten bei ihrer fachlichen Entwicklung zu unterstützen.
Durch sich verschlechternde Bedingungen an vielen öffentlichen Hochschulen nutzen immer mehr Jurastudenten bei ihrer Prüfungsvorbereitung auch externe Repetitorien. Diese Möglichkeit besteht jedoch nicht für alle Studierenden an Deutschlands Hochschulen. Weil die zu hohen Kosten und ein großer zeitlicher und organisatorischer Aufwand bei der Teilnahme an Repetitorien für einen Großteil der angehenden Juristen eine unüberwindbare Hürde darstellen.
Kann der Hans sich damit nicht zufrieden geben? Nein, sorry, kann ich nicht. Ich find die Einrichtung des Stipendiums (ca. 15 Leute pro Jahr werden so gefördert) ganz cool – mir fehlt aber leider ein wichtiges Merkmal in der Auswahl (“Jura-Studenten mit einem großen außeruniversitären und sozialen Engagement”): die Bedürftigkeit – also irgendwie ein Nachweis darüber, dass man das auch nötig hat. Ansonsten ist es unnötige Elitenförderung, die in der deutschen Stipendienlandschaft an der Tagesordnung ist (und das sage ich, obwohl ich selbst Stipendiat bin). Die Sache ist, dass die Leute, die ein hohes außeruniversitäres und/oder soziales Engagement vorweisen können, meistens aus einem besseren Elternhaus kommen – sie haben die Zeit dazu, weil sie nicht oder wenig nebenbei arbeiten müssen und sich schon seit Kindesjahren in einer bildungsbürgerlichen Gesellschaft bewegt haben, dass auf einen Spagat zwischen eigener Leistung und akademischen Altruismus aufbaut – was einem Studierenden aus tieferen sozialen Schichten nicht so nahe liegt.
Aber im Grunde: gute Sache und hoffentlich Vorbild für mehr Anbieter von studienrelevanten Materialen und Dienstleistern – so eine Bücherflatrate von Beck wäre doch auch was cooles
25/01/2011 at 16:05 Permalink
Hallo Hans,
vielen Dank erstmal für den Artikel!
Ich würde allerdings gerne noch zu deinen kritischen Anmerkung Stellung beziehen. Bei der Auswahl der potentiellen Stipendiaten geht es uns in keinster Weise darum, bestimmte Studenten (bspw. aufgrund ihres Elternhauses) zu bevorteilen oder eben zu benachteiligen. Die von uns gewählte Formulierung vom “großen außeruniversitären und sozialen Engagement” lässt, unserer Meinung nach, genug Spielraum für verschiedenste, nicht-elitäre Tätigkeiten. Das kann auch ein Job sein, familiäres Engagement oder Leistungen trotz gesundheitlicher Einschränkungen..
Da wir den gesamten Stipendiumsprozess so transparent wie möglich darstellen und begleiten, wird sich außerdem jeder ein eigenes Bild von unseren Kriterien sowie den Stipendiaten machen können.
Viele Grüße,
Sebastian Matkey/Lecturio
25/01/2011 at 16:37 Permalink
Die Sache mit dem transparenten Prozess freut mich auf jeden Fall – und ich bin gespannt die Entwicklung weiter zu verfolgen.
Was die Bevorteilung von Menschen aus bessergestellten sozialen Schichten angeht: ich werfe euch das auch nicht explizit vor, sondern dem Stipendiensystem im Allgemeinen – wenn ihr natürlich unter “außeruniversitäres Engagement” auch z.B. Berufstätigkeit zählt, die zur Finanzierung des Studiums ergriffen wird, dann ist das super! … Bei anderen Stipendienanbietern ist mit der Floskel aber meistens eher Vereinsarbeit etc. gemeint.
Aber mit der Transparenz wird man ja am Ende sehen, wo eure Förderung ansetzt. (:
28/01/2011 at 21:02 Permalink
Hallo Hans!
Tatsächlich hast du auch mit dazu beigetragen, dass wir das Stipendium in die Tat umgesetzt haben. Die Resonanz auf unser Medizin-Stipendium http://medizin.lecturio.de/info/stipendium war so gut, dass wir dies auch den Jura-Studenten anbieten wollten.
Bei unseren frisch gekürten Medizin-Stipendiaten (gerne Kontakt über uns) war das ein wichtiges Kriterium: http://blog.lecturio.de/index.php/2011/01/lecturio-med-die-lectukratischen-stipendidaten-2/
Basti wird sicherlich noch Einiges über Juliane, Khoshal und Isabelle berichten