Irgendwie hat ja jeder Jurist so seinen Baum. In meinem [Streetview] habe ich schon gestern ein paar Sneakers entdeckt, die da zusammengeknotet über einen Ast geworfen wurden. An ihrer Seite hatten sie etwas, was verdächtig nach einem Hakenkreuz aussah. Da ich aber schnell zur Arbeit musste, konnte ich das nicht genauer überprüfen – darum bin ich heute nach dem Aufstehen nochmal raus und hab die Brille aufgesetzt – und tatsächlich: es sind Hakenkreuze.
So richtig konnte ich nicht einschätzen, ob das nun Kunst alá “Faschismus am Baum aufknüpfen” war oder einfach die besoffenen Nazihools, derer wir auch ein paar in der Gegend haben. Die Entscheidung müssen jetzt anderer treffen, zumal die Anzeige gegen Unbekannt wegen § 86a StGB wohl eh ins Leere laufen wird – der Urheber des Ganzen wird sich in diesem Fall ja kaum ermitteln lassen. Anyways, die informierte Polizei hat dann erstmal die Feuerwehr zur Hilfe geholt, die dann die Schuhe aus dem Baum fischte.
Festzuhalten bleibt: ein glorreicher Morgen für die unerschrockenen antifaschistischen Kämpfer der Stadt und des Staates.
03/03/2011 at 14:40 Permalink
Warum hast du das nicht selbst gemacht? Keine Leiter im Haus? Ganz schön teurer Einsatz für so n blöden Schuh…
03/03/2011 at 21:55 Permalink
Weil ich keine so hohe Leiter habe. Außerdem taucht der Fall so in den offiziellen Statistiken auf – als PMS Rechts. Das find ich recht wichtig. Und Kosten wurden auch nicht verschwendet, ist ja nicht so, als ob Polizei und Feuerwehr ohne diesen Einsatz nicht hätten bezahlt werden müssen.
04/03/2011 at 12:30 Permalink
Vielleicht lässt sich der Täter/die Täterin ermitteln, indem die Polizei eine DNA-Probe aus den verquarzten Nazi-Tretern extrahiert. Bei Schuhen sollte das ja nun echt kein Problem sein …
04/03/2011 at 14:44 Permalink
Äh, der Einsatz war teurer, als du denkst. Zur Not bitte noch mal ins VWL-Buch schauen.
04/03/2011 at 14:51 Permalink
Oh come on, da zu muss ich nicht ins VWL-Buch schauen. Die Streifenpolizisten haben die Zeit, die sie ansonsten durch’n Kiez gefahren wären halt an einer Stelle verbracht und haben den Fall aufgenommen. Und die Feuerwehr hat anscheinend auch nichts dringenderes vorgehabt, sonst wäre dieser Auftrag in der Prioritäten-Liste nach unten gerutscht. Und wenn da irgendwelche abstrakten Kosten entstehen, weil das Einfluss auf Personalsituation usw. hat – so what? Wir verursachen Kosten an Stellen, an denen es noch viel weniger Sinn macht, bestimmte Verwaltungsreformen oder aber Kriege, im allgemeinen.
Und letztendlich war’s kein blöder Schuh, sondern es waren Hakenkreuze, die raufgemalt wurden. Abgesehen von der richtigen gesamtgesellschaftlichen Ablehnung der Symbolik hat das Abnehmen auch noch ein konkreten Zweck: die jüdischen Bewohner dieser Gegend hier z.B. haben sicher nochmal ein ganz anderes Verhältnis zu der Sache als der deutsche Michel.