Durch Pfefferspray ist vor einem Jahr ein 32-jähriger zu Tode gekommen.
Am frühen Morgen des 28.02.2010 alarmieren Slieman Hamades Eltern die Polizei. Sie wünschen sich Hilfe. Ihr Sohn kann nicht schlafen, die Musik der Nachbarn ist zu laut und er ist wütend. Seine Familie hat Angst, dass es Streit mit den Nachbarn gibt. Die Polizei kann Slieman Hamade nicht gegen seinen Willen mitnehmen. Als sein Vater sagt, Slieman könne nicht zu Hause bleiben, zerren ihn die Polizisten ins Treppenhaus und verletzen ihn beim Versuch der Fesselung. Er blutet im Gesicht. Ein Polizist versprüht Reizgas im gesamten Hausflur und schlägt Slieman Hamade brutal mit dem Schlagstock gegen die Beine. Das Gas ist überall, niemand kann die Wohnung verlassen, keiner kann helfen. Slieman Hamade schreit und schreit, aber plötzlich ist es still. Die anrückenden Sanitäter versuchen Slieman Hamade wiederzubeleben, aber er stirbt im Krankenhaus. Slieman Hamade wurde 32 Jahre alt.
Laut der taz werden die Ermittlungen nach einer Beschwerde durch die Staatsanwaltschaft wiederaufgenommen, nachdem sie eingestellt wurden, obwohl nicht alle Tatzeugen gehört wurden – so hatte der Vater des Opfers Tritte auf seinen wehrlosen Sohn gesehen. Und weswegen wird nun erneut ermittelt?
Ermittelt wird nun wegen Körperverletzung im Amt. Die Todesumstände spielen vorerst keine Rolle. Böhler (Rechtsanwälten der Familie – HJa) sieht dagegen “mindestens einen Anfangsverdacht”, dass die Beamten auch für den Tod von H. verantwortlich sind.
Wieder einer von diesen Fällen, wo Polizisten für den Tod eines Menschen verantwortlich sind, aber in einem anderen Maßstab gesehen werden als der Rest der Gesellschaft.
Interessant an diesem Fall und auch an dem Fall von Dennis ist aber auch, dass es eine der wenigen Situationen ist, in denen die linksradikale Bewegung einen Schulterschluss mit Migranten und Prekariat hinbekommt. Das hat man eindrucksvoll auf den Demonstrationen und Veranstaltungen zu Dennis gesehen, aber auch zu Slieman gibt es ein Aktionsbündnis, das aus Familie und linken Aktivisten besteht.
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