Wann bist du endlich fertig? – Druck der Familie (Teil 1)

Family Table (Blue Bloods)

Schon als ich darüber nachgedacht habe, wie ich diesen Artikel formuliere, ihn strukturiere und was er beinhalten soll, habe ich gemerkt, dass das Thema schwierig wird. Nicht nur, weil es höchst privat ist, eventuell Menschen aus meinem Umfeld, die das lesen, verletzt; sondern auch, weil es mir viel Selbstreflexion abforderte und immer noch abfordert. Ich hoffe, dass ich mit den folgenden Worten eher Verständnis auslöse, es ist eine der wenigen Möglichkeiten, um mit Abstand mit der Thematik zu nähern und Dinge offen auszusprechen, für die mir im direkten Gespräch oft die Zeit, der Mut oder die Einfühlsamkeit fehlt.

Im ersten Artikel werde ich über die Ausgangssituation schreiben und die Erfahrungen in familiären Situation ausbreiten. In wenigen Tagen wird der zweite Teil erscheinen, in dem es um den Freundeskreis geht.

Ausgangssituation

Wie ich in meinem Neustart-Artikel schon erwähnt habe, bin ich inzwischen im 13. Semester. Das sind vier Semester oder zwei Jahre über der Regelstudienzeit. Natürlich fällt auch dem Umfeld auf, dass mein Weg nicht gerade, effektiv und schnell ist. Insbesondere in den letzten  zwei Jahren, seit 2013, ist die Frage nach dem „Wann bist du endlich fertig?“ zu einem Dauerbrenner der sozialen Interaktion mit denjenigen Menschen geworden, mit denen ich nicht auf täglicher oder wöchentlicher Basis Kontakt habe. Die Frage hat sich in meinem Leben hinein gebrannt, hat über zwei Jahre mich innerlich zernagt, hat mich während des Aufwachens und des Einschlafens begleitet, hat mit mir am Frühstückstisch gesessen, hat mich über die Cornflakes hinweg angestarrt. Sie hat mit mir gesprochen. „Na, schaffst du es heute an die Uni?“ Sie hat sich zu mir auf die Couch gesetzt. Wenn ich die Augen geschlossen habe, habe ich sie flüstern gehört. Ich habe mich immer gegen sie gewehrt. Am Anfang ignoriert und ihr keine Aufmerksamkeit geschenkt, dazwischen wütend gegen sie gekämpft und am Ende mit ihr wie ein einsamer Philosoph, in einer schäbigen Kaschemme irgendwo an der Route 66, diskutiert. Selbstgespräche, quasi. Letztendlich habe ich mich aufgerafft – so hoffe ich jedenfalls – und das nicht ob, sondern trotz dieser nagenden und beißenden Frage.

Das hört sich vielleicht melodramatisch an, aber spiegelt meine Gefühle über die letzten zwei Jahre wieder. Die zentrale Erkenntnis ist, dass die Auseinandersetzung mit dieser Frage sich vor allem in mir abspielte. Ich weiß, dass ich niemanden Rechenschaft schuldig bin und spiele dieses Wissen oft selbstbewusst aus. Fragen, die ich meine, nicht beantworten zu müssen, werde ich auch nicht beantworten – mit einem scharfen Verweis darauf, was der oder die Fragesteller_in sich eigentlich einbildet. Das ist nicht die menschenfreundlichste Form des Dialogs, aber sie ist berechtigt. Sie bringt vielleicht nicht immer ans Ziel, aber sie ist gerecht. Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, welche Macht ein Mensch hat, der dir konstant immer wieder und wieder die selbe Frage stellt. They will put a drill in my head. 1

Familie

Diejenigen, die regelmäßigen Kontakt zu ihren Familien haben, werden die Frage wahrscheinlich kennen. Diejenigen, die nur unregelmäßigen Kontakt zu ihren Familien haben, werden sie auf jeden Fall kennen. Die Frage nach dem Studienfortschritt oder -abschluss ist eine, die sich in jede peinliche Lücke drängt, die eigentlich offenbart, dass man an dem Leben des eigenen Kindes nicht mehr teilhat. Sie ist formal und steif, sie sucht ein allgemein anerkanntes Thema, das eine unterschwelligere Form von Smalltalk produziert. Die Antworten verbleiben oft, wenn sie sich fachlich nicht im gleichen Bereich wie der von Familienmitglieder bewegt, substanzlos: „Muss ja.“ oder „Läuft ganz gut, Professor XY ist ziemlich nervig. Dafür ist die neue Dozentin in Law & Gender toll.“ Schnell wird in Gesprächen klar, dass für Familienmitglieder eigentlich inhaltliche Aspekte nicht verständlich sind; weil sie sich mit dem Feld nicht beschäftigen können oder wollen, abhängig von ihrem eigenen Ausbildungsstand und ihrer sozialen Situation. Die Gespräche gleiten oft ab in belanglose Floskeln über den Studienalltag, das Mensa-Essen, die Rahmenbedingungen für Studierende. Für viele Familienmitglieder ist aber auch die eigene Positionierung im Studium nicht relevant. Am Anfang des Studiums habe ich noch die Fragen gehört: „Was willst du denn werden, was willst du damit machen, was begeistert dich daran?“ In meinem Fall hat sich das geändert. Alle gehen davon aus, dass ich Anwalt werde. Was sollte man auch sonst mit Jura tun? Meine eigene Entwicklung im Studiengang hat auch im engsten Kreise der Familie wenig Niederschlag oder Beachtung gefunden. Ich habe, ehrlicherweise, auch nicht viel dazu beigetragen, diese Situation aufzuklären oder zu ändern.

Aus den Gesprächen über das Studium ist mir nur eines nachhaltig und positiv in Erinnerung geblieben: mit einem Familienmitglied aus der naturwissenschaftlichen Richtung hatte ich ein langes Gespräch darüber, ob Rechtswissenschaft über eine Wissenschaft sei. Wir haben nicht unbedingt wissenschaftstheoretisch diskutiert, aber auf einem deutlichen tieferen Niveau, als ich es sonst aus solchen Gesprächen gewohnt war und bin. Es war in Teilen ein leidenschaftlicher, bissiger und harter Streit. Bis heute denke ich über viele Dinge dieses Gespräches nach. Gleichwohl, es fällt leichter, wenn der Gegenüber selbst Akademiker ist, sich an den Problem orientieren kann, die Situation von Studium und Fachbereichen nachvollziehen kann.

Über kurz oder lang kommt das Gespräch aber an einem bestimmtem Punkt an: den Leistungen. Am Anfang waren es Noten. Aber auch nach einigen Jahren Studium hat ein Großteil meiner Verwandten nicht verstanden, wie die juristische Notenskala funktioniert (und ich kann es ihnen nicht verübeln). Sie sorgt auch dafür, dass die Vergleichbarkeit mit Leistungen von Dritten oder denen der Fragesteller nicht gegeben ist – was sich für mich immer wieder als positiv herausstellt, um dieser jugdement-Falle zu entkommen. Wenn ich heutzutage meine Leistungen zur Zeit beschreiben will (wobei ich vor allem auf die Noten verweise, die von mir positiv empfunden werden) nutze ich den Vergleich mit dem Rest der Studierenden: „Kursbester in diesem Jahr“ oder auch „Zumindest über dem Durchschnitt“. Präsent bei uns in der Familie ist auch der unterschwellige Konkurrenzkampf, dass unsere Eltern über die verschiedenen Zweige des Stammbaums hinaus austragen. Der Beweis für die bessere Erziehung, den erfolgreicheren Sprößling, allgemein für die besseren Lebensentscheidungen, liegt anscheinend in der Leistungsbewertung des Universitätssystems. Wir, die Kinder, werden dabei oft zu bloßen Statisten degradiert. Reden selbst oft über etwas anderes, unterhalten uns viel mehr über unsere Jobs, Technik, Autos. Für uns ist eine Welt jenseits des Studiums viel relevanter, wir haben eine deutlich persönlichere Ebene als es unsere Eltern, im Gespräch über uns, haben. Obwohl die jahrelange Monothematik der Familienfeiern auch ihre Konsequenzen hat: so fand ich mich letztens in einer Situation wieder, in der wir über unsere Leben berichten sollte und in recht dominanter Redeweise habe ich mich über Leistungen und Elite-Universität-Chancen in den Vordergrund gestellt. Das war mir – danach – furchtbar peinlich, und ich habe es (noch) nicht geschafft, mich dafür zu entschuldigen.

Diese Leistungsschau hat sich gewandelt, als den Familienmitgliedern bewusst wurde, wie wenig unsere Noten, Arbeitsweisen und Fachbereiche miteinander vergleichbar sind. Es setze der Wettlauf zum Studienabschluss ein. Wie ein Pferderennen, man hat unterschiedliche Summe auf uns gewettet, die elterlichen Jockeys auf unseren Rücken treiben uns an. Aber mir als Pferd sind Wetteinsätze und Zielläufe ein unbekanntes und unverständliches Konzept, weil es nicht meinem Wesen als Pferd innewohnt. Es wäre allerdings vermessen zu sagen, dass alle familiäre Kommunikation über das Studium nur auf diese Art und Weise stattfindet, sich nur im Konkurrenzgebahren äußert. Es ist mir allerdings besonders präsent, weil ich mich in dieser Situation sehr objektiviert fühle, quasi als Gegenstand eines elterlichen Plans ohne eigene Einflussnahme. Was um so absurder ist, da mein Leben seit über 10 Jahren auf eigenen Bahnen und in weitestgehender Unabhängigkeit von allen parentösen Vorstellungen liegt. Auf jeden Fall sind die Motivationen für die immer wiederkehrende Frage nach dem Ende des Studiums sicher in der Mehrzahl zumindest nur unbewusst verletzend, mehrheitlich sogar gut gemeint.2 Natürlich wollen meine Verwandten, dass ich in einer sicheren ökonomischen Situation bin, mich selbst verwirklichen kann, in einem Beruf, der mich gesundheitlich nicht übermäßig belastet. Die Vorstellung, dass ich in einem leistungs- und verwertungsorientierten System mich frühzeitig absichere, durch einen schnellen Abschluss auch schnell handlungsfähig innerhalb des Systems werde und den Herausforderungen des Lebens im Kapitalismus gut gerüstet begegne, ist omnipräsent. Aber es hat – weitestgehend – nicht viel mit meiner Vorstellung vom Leben zu tun. Strukturelle Zwänge begleiten auch mich, ohne Frage, aber ich möchte ihnen auf unterschiedliche und selbstbestimmte Weise begegnen. Niemand kann mir konkret das Ende meines Studiums vorschreiben (zumal Jura durch die fehlende Integration ins Bachelor/Master-System die Repressionsinstrumente gegenüber Studierenden weitestgehend fehlt). Aber die Atmosphäre der Angst, die mit dem gesellschaftlich tief integrierten Leistungsgedanken einhergeht (Bin ich zu alt für den Job? Was denkt mein Arbeitgeber über 13 Semester? Kann ich mir mein Leben leisten?) wird über die diese Angst rezipierenden Verwandten auf mich transportiert, nicht zuletzt und sehr massiv über die Frage, wann ich denn endlich fertig sei.

Viele Verwandte meinen auch, aus ihrer Lebenserfahrung einen Deutungsvorteil gegenüber meiner Lebenslage zu haben. Sie wissen, was besser für mich ist, vermeinen zu sehen, dass Wege, die ich beschreite falsch wären. Über die Jahre suchen sie sich diejenigen Elemente meines Lebens heraus, wo sie ihre Analyse bestätigt sehen: „Hach, weißt du noch, früher, als du in Springerstiefeln rumgelaufen bist? Das war ja so schrecklich. Gut, dass du vernünftig geworden bist und jetzt so etwas ruhiges wie Jura studierst. Ich hab es dir ja schon immer gesagt, aber du wolltest nicht auf mich hören.“ – Weißt du was? Ich bin nur hier, weil ich diese Springerstiefel getragen habe. Ich bin nicht ruhiger geworden und habe nicht Jura studiert, weil ich vernünftig geworden bin. Ich habe mit diesem Studium angefangen, weil ich es der Welt zeigen wollte, weil ich so wütend war, dass ich eine Artikulationsbasis brauche. Springerstiefel waren das früher, heute ist es Rechtskritik. Nur weil ich keine bunten Haare mehr habe, kann ich immer noch Mülltonnen schmeißen.3 Dort, wo meine Wege Erfolg hatten, wo meine Sozialisation mich zu einem nachdenklichen, reflektierten Menschen gemacht haben, interessiert das keinen von den Verwandten, die solche Dinge sagen. Es geht dabei nicht um mich, es geht um ihr eigenes Bedürfnis, Recht zu haben.

Bildungsdruck wurde in meiner Familie auf mich immer wieder abwechselnd durch Entzug von Vertrauen („Du schaffst das Abitur eh nicht.“) und dem Verweis auf die eigenen Lebenssituation aufgebaut („Es wäre so schön, wenn ich noch erleben dürfte, wie du dein Studium beendest / ein Kind zeugst / ein Haus hast.“). Oft habe ich mich gefühlt, als ob das aktuelle „Ich“ für niemanden interessant gewesen wäre. Mein Leben war immer spannend genug, ich habe immer genug zu erzählen gehabt, gerade politisch. Aber das wurde ausgeblendet, z.T. versehen mit dem Kommentar, dass man darüber nichts wissen wollen würde. Nicht „Ich“ war interessant, sondern das, was aus mir werden könnte.

Und vielleicht sollte man sich das in Verwandschaften zu Herzen nehmen: weniger die eigenen Wünsche und Vorstellungen zu projizieren. Altkluge Kommentare für sich behalten, und lieber nachzufragen: „Ich habe Erfahrung, wo kann ich helfen?“ Nicht über wenige Informationsbrocken aus dem Smalltalkgespräch zu urteilen, sondern nachfragen, sich auf die Lebenswelt des Gegenübers einlassen. Sich Notenskalen erklären lassen, offen sein für das fachliche Interesse und den Schwerpunkt, der gewählt wurde. Und gerade viele Jura-Studierende macht es besonders stolz, wenn wir das erste Mal unser Wissen als Hilfe einsetzen können. Manchmal mag es stressig sein, über Verträge und Nachbarschaftsstreits sich hinzusetzen und die rechtlichen Optionen durchzugehen. Aber zumindest mich macht es stolz, wenn man mir in meinem Wissen und meinem Können vertraut und mich um Hilfe bittet. Ich helfe gerne, und freue mich umso mehr, wenn diese Hilfe angenommen wird und die Situation meiner Verwandten positiv beeinflusst. Das ist nämlich der einzige Punkt, an dem ich auch für euch, liebe Verwandten, studiere.

Und zu der hässlichen Frage, wann ich endlich fertig sei: It’s done when its done. Trust me.

Show 3 footnotes

  1. Finkel, David: The Good Soldiers, p. 167.
  2. Das Gegenteil von gut ist gut gemeint, wussten schon Kettcar.
  3. „Ich bin Punker und deswegen schmeiße ich Mülltonnen.“ – Chaostage ’95.

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8 Gedanken zu „Wann bist du endlich fertig? – Druck der Familie (Teil 1)

  1. Ein sehr bewegender und persönlicher Artikel – besten Dank hierfür! :)

    Ich nehme an, viele Jurastudenten befinden sich in einer ähnlich misslichen Lage.

    „Jura“ ist in vielerlei Hinsicht ein sehr eigentümlicher Studiengang. Das beginnt mit dem skurrilen Notensystem, den unsagbar schweren Staatsexamen und endet mit den ungewissen Zukunftsaussichten. Der Laie, in aller Regel ein nicht-Akademiker, kann diese Standpunkte schwer bis gar nicht nachvollziehen. Wie soll er auch? Die Regelstudienzeit wird oft überschritten und eine „befriedigende“ Leistung ist keineswegs durchschnittlich, sondern überdurchschnittlich. Gerade wenn dann der Verglich zu anderen Studiengängen gezogen wird, läuft man leicht Gefahr, sich zu verschätzen.

    Ich werde relativ zeitnah einen Link auf Ihre Webseite setzen und bin auf weitere Inhalte gespannt.

    Liebe Grüße,
    Jean-Marc Chastenier

  2. Schöner Artikel (und schönes Blog, das ich gerade leider erst entdeckt habe). Ich glaube, ich habe Glück. Unwahrscheinlich großes Glück. Ich habe mich von dieser Frage nie so bedrängt gefühlt. Ich habe sie akzeptiert – als so eine Art „wie geht es dir“. Und so habe ich sie normalerweise auch immer beantwortet. Wenn sie zu bohrend war, dann vielleicht mit einem „woher soll ich das denn wissen?“ als Gegenfrage. Oder einem gemeinen „keine Ahnung, und du?“ – ist ganz lustig bei Leuten, die jetzt ihre feste Stelle bei der Sparkasse, Versicherung etc. haben. Nun genieße ich den Luxus, vermutlich später nicht am Hungertuch nagen zu müssen, selbst wenn sich die Sache mit dem Examen in Luft auflöst. Ich habe ein schönes Leben, das sich zwischen Arbeit und Studium, vor allem aber vielen Interessen, Freunden, Lebenspartnerin aufteilt. Wenn ich diesen Lebensabschnitt beende, dann vor allem, weil er langweilig wird. Ich gebe mir Mühe, dass es so wenig wie möglich ist, um die Frage „wann bist du endlich fertig“ zu beantworten. Der Gesellschaft bin ich jedenfalls nicht schuldig, ihr so schnell es geht einen Anwalt mehr hinzuzufügen.

  3. @ Hans:
    >>ich vermute, es geht eine allgemeine Ablehnung gegenüber gender studies …?

    Allenfalls im Sinne von „den Feind studieren, den man bekämpft“, aber auf der anderen Seite sind gender studies auch nicht so viel unwissenschaftlicher als die Rechts“wissenschaft“. Ich empfehle die Lektüre von Jherings Weihnachtsgabe für das juristische Publikum.

    Nach 30 Jahren täglichem Stiefel als Anwalt ist man ein bißchen raus, welche Themen bei der hehren Lehre gerade en vogue sind; sehen Sie es mir bitte nach. Manchmal sickert was durch; aber nachdem mir kürzlich eine Familienrichterin, die in der mündlichen Verhandlung anfing, über den „Frauenstandpunkt“ meiner Gegnerin zu räsonieren, nicht erklären konnte, wo dieser im FamFG, dem BGB oder der ZPO zu finden ist, war ich jetzt doch ein bißchen neugierig auf das Thema geworden.

    Es bleibt zu hoffen, daß nach der „Erfindung“ des Verbrauchers (13 BGB) nicht noch der „Frauenstandpunkt“ in Gesetz gegossen wird.

  4. @Herrmann: Ich verwehre mich gegen den Standpunkt „Gender Studies“ als „Feind“ zu bezeichnen. Antifeministische Rhetorik hat hier keinen Platz. ’nuff said.

  5. >>Ich verwehre mich gegen den Standpunkt „Gender Studies“ als „Feind“ zu bezeichnen.

    Es ist ja auch mein Standpunkt und nicht notwendigerweise Ihrer. 😉
    Außerdem könnten Sie das Mao-Zedong Zitat auch mal versuchen, im Kontext zu interpretieren, anstatt es unreflektiert wörtlich zu nehmen.
    Stöbern Sie doch z.B. mal ein bißchen bei Genderama.
    Mein persönliches Verhältnis zu Pseudowissenschaften wie Gender Studies und Gendermainstream ist geprägt von 30 Jahren Familienrecht und einigen Jahren als alleinerziehender Vater.

    >>Antifeministische Rhetorik hat hier keinen Platz. ’nuff said.

    Oh, oh. Kommt jetzt gleich das böse Wort von der „Hate speech“? Und was bitte, war hier „Rhetorik“?

    Es gab eine Zeit, in der Diskurs nichts mit Kuscheln zu tun hatte, sondern mit dem klaren Vertreten gegensätzlicher (!) Meinungen und heftigem Streiten. Heute wird nach der Mama gerufen und „Hate Speech“ geschrien, wenn ein Kommentar nicht auf der allgemeinen, angepaßten Linie ist. Die ernsthafte argumentative Auseinandersetzung scheint die Sache der jungen Leute nicht mehr zu sein, dünkt es mich gelegentlich.

    Es hat mit Ihrem Blogbeitrag auch herzlich wenig zu tun. Ich bin Abonnent von Jurablogs und war heute früh im Newsletter drübergestolpert.

    Ach ja, ich habe mich nach dem 10. Semester zum ersten Staatsexamen angemeldet und war damit völlig durchschnittlich. Regelstudienzeit kannte ich noch nicht, die Mindeststudiendauer war 7 Semester. Ich kam aus einer sogenannten Arbeiterfamilie, die Universitäten nur von außen kannte; meine Leute hatten schräge Vorstellungen von Juristerei, was lästige Fragen nach dem erfolgreichen Ende meines Studiums einigermaßen im Zaum hielt.