Veranstaltungshinweis: Die Todesurteile des Kammergerichts 1943 bis 1945

Kurzer Hinweis auf einen Vortrag am Kammergericht in Berlin (via Christian Löffelmacher):

Pressemitteilung
Berlin, den 23.06.2015
Die Präsidentin des Kammergerichts
Elßholzstraße 30-33, 10781 Berlin

Am Donnerstag, dem 2. Juli 2015 um 18:00 Uhr, wird sich das Kammergericht mit seiner eigenen Haltung in der Rechtsprechung während der letzten Jahre des Nationalsozialismus auseinandersetzen. Bekannt sind zwar die Prozesse vor dem Volksgerichtshof gegen Beteiligte an dem Umsturzversuch vom 20. Juli 1944, die im Plenarsaal des Kammergerichts stattgefunden hatten und in denen zahlreiche Todesurteile gesprochen worden sind. Bisher wenig erforscht ist jedoch die eigene Rechtsprechung des Kammergerichts insbesondere der Strafsenate in politischen Verfahren gegen deutsche und ausländische Gegner des Nationalsozialismus.

Auf Einladung des Vereins Forum Recht und Kultur im Kammergericht e.V. wird Herr Prof. Dr. Johannes Tuchel, Leiter der Gedenkstätte Deutscher Widerstand, einen Vortrag über „Die Todesurteile des Kammergerichts 1943 bis 1945“ halten und nachzeichnen, wen das Kammergericht zum Tode verurteilte, welche Taten diesen Menschen vorgeworfen und wie die Todesurteile begründet wurden. Mit diesem Vortrag möchte das Kammergericht eine Diskussion anregen über die Frage, wie heute mit diesem Teil seiner Geschichte umgegangen werden sollte.

Die Veranstaltung findet im Plenarsaal statt. Eine Anmeldung ist erforderlich bis zum 1. Juli 2015 unter der Telefonnummer 030 – 9015 2290; die Vorlage des Personalausweises bei Einlass wird erbeten.

Bei Rückfragen: Annette Gabriel
(Tel: 030 – 9015 2504)

In Ergänzung dazu sei auf das Buch „Furchtbare Juristen“ von Ingo Müller hingewiesen, das im vergangenen Jahr als ergänzte Neuauflage erschien und nicht nur die NS-Rechtsprechung, juristische Lehre und die Veränderungen im Berufsstand aufarbeitet, sondern auch die Kontinuitäten in – vor allem – die BRD beleuchtet und zeigt, welche NS-Juristen auch im westdeutschen Staat unverständlicherweise noch angesehene Menschen waren.

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